Neue Schweizer Wachstumskurven: seit 15. Juni 2026 offiziell empfohlen

Seit dem 15. Juni 2026 empfiehlt pädiatrie schweiz – die Fachgesellschaft der Schweizer Kinderärztinnen und Kinderärzte – neue offizielle Wachstumskurven für Kinder und Jugendliche in der Schweiz. Kinderarztpraxen im ganzen Land stellen damit ihre Referenzen um: Grösse, Gewicht und BMI werden neu anhand von Schweizer Daten beurteilt.

Warum Wachstumskurven wichtig sind

Wachstumskurven gehören zu den wichtigsten Instrumenten der Kinderheilkunde: Sie helfen, die Entwicklung eines Kindes einzuordnen, Auffälligkeiten früh zu erkennen und mögliche Ursachen wie Hormonstörungen, Wachstumsverzögerungen oder Ernährungsprobleme sichtbar zu machen.

Eine der dichtesten Wachstumsstudien der Welt

Die neuen Kurven basieren auf Messungen von über 43'000 Kindern und Jugendlichen aus allen Sprachregionen der Schweiz – erhoben durch mehr als 100 Kinderarztpraxen sowie Schulen und ergänzt um Neugeborenen- und Rekrutendaten. Damit wurde etwa jedes 40. in der Schweiz lebende Kind gemessen und gewogen: eine der im Verhältnis zur Bevölkerung dichtesten Wachstumsstudien weltweit.

Entwickelt wurden die Kurven unter der Leitung von Prof. Dr. Urs Eiholzer am Pädiatrisch-Endokrinologischen Zentrum Zürich (PEZZ), berechnet nach der international etablierten LMS-Methode.

Die wichtigsten Erkenntnisse

Körpergrösse: Schweizer Kinder sind heute kaum grösser als vor 50 Jahren – die Erwachsenengrösse liegt nur rund 1 cm über der historischen Referenzgeneration (Männer ca. 178 cm, Frauen ca. 166 cm).

Gewicht und BMI: Schweizer Kinder sind heute deutlich schwerer, besonders in den oberen BMI-Perzentilen. Mit den alten WHO-Kurven galt fast jedes fünfte Kind als übergewichtig – mit den realen Schweizer Daten sind es 13,5 %.

Früherkennung: Die untere Normgrenze (3. Perzentile) der WHO-Kurven liegt je nach Alter bis zu 4 cm tiefer als die Schweizer Referenz – Wachstumsstörungen konnten dadurch erst verzögert erkannt werden.

Woraus die neuen Kurven bestehen

Die Grössen-, Gewichts- und BMI-Kurven beruhen auf den nationalen PEZZ-Daten. Für den BMI von 0–2 Jahren werden WHO-Daten verwendet, der Kopfumfang kombiniert die Zürcher Longitudinalstudien mit deutschen KiGGS-Daten, und die Wachstumsgeschwindigkeit stammt aus den Zürcher Longitudinalstudien.

Was heisst das für Eltern?

Beim nächsten Vorsorgetermin kann die Einordnung deines Kindes leicht anders ausfallen als bisher – nicht weil sich dein Kind verändert hat, sondern weil die Referenz jetzt zur Schweizer Bevölkerung passt.

Mein Wachstum verwendet für alle Auswertungen bereits die neuen Schweizer Wachstumskurven (empfohlen seit Juni 2026) – im Schnell-Check genauso wie im Familienkonto.

Häufige Fragen

Ab wann gelten die neuen Schweizer Wachstumskurven?

pädiatrie schweiz empfiehlt die neuen offiziellen Wachstumskurven seit dem 15. Juni 2026. Kinderarztpraxen in der ganzen Schweiz stellen ihre Referenzen darauf um.

Wer hat die neuen Kurven entwickelt?

Sie wurden unter der Leitung von Prof. Dr. Urs Eiholzer am Pädiatrisch-Endokrinologischen Zentrum Zürich (PEZZ) entwickelt – auf Basis von Messungen von über 43'000 Kindern und Jugendlichen und berechnet nach der international etablierten LMS-Methode.

Was ändert sich gegenüber den alten WHO-Kurven?

Vor allem beim Gewicht: Mit den alten WHO-Kurven galt fast jedes fünfte Kind als übergewichtig, mit den realen Schweizer Daten sind es 13,5 %. Zudem lag die untere Grössen-Normgrenze der WHO-Kurven je nach Alter bis zu 4 cm zu tief, wodurch Wachstumsstörungen erst verzögert erkannt wurden.

Verwendet Mein-Wachstum.ch die neuen Kurven?

Ja. Alle Auswertungen – im kostenlosen Schnell-Check wie im Familienkonto – nutzen die neuen Schweizer Wachstumskurven, die pädiatrie schweiz seit Juni 2026 empfiehlt.

Ersetzt Mein-Wachstum.ch den Besuch bei der Kinderärztin?

Nein. Die Seite ist ein Informations- und Dokumentationswerkzeug. Bei Fragen oder auffälligen Abweichungen wende dich bitte an deine Kinderarztpraxis.